Wir senden unsere Hüftröntgen zur OFA um sie befunden zu lassen - wir fühlen uns einfach sicherer die Röntgenbilder von jemanden, der darauf spezialisiert ist, auswerten zu lassen. Es gibt auch noch eine zweite Methode der Auswertung - Penn Hip - ebenfalls eine sehr gute Bewertung.

Unsere Zuchttiere bekommen die endgültige OFA Bewertung nachdem sie zwei Jahre alt sind. Es ist ebenso wichtig, die HCM Untersuchungen regelmäßig und immer wiederkehrend machen zu lassen - im Idealfall einmal jährlich.

Einige Züchter haben mir erzählt, dass sie entmutigt wurden ihre Tiere testen zu lassen nachdem sie gehört hatten, dass dies nur in Narkose gemacht werden kann - das ist NICHT richtig - alle meiner eigenen Katzen wurden (mit einer einzigen Ausnahme) ohne Narkose geröntgt und wir bekamen Ergebnisse zwischen excellent und fair. Einmal bekamen wir moderate und das lag sicher nicht daran, dass das Tier für das Röntgen nicht hätte korrekt ausgerichtet werden können, sondern einfach daran, dass das Tier schlechte Hüften hatte. Wir setzen keine Tiere zur Zucht ein, deren OFA Bewertungen schlechter als excellent, good oder fair sind.

Wenn Sie auf die Rückseite der OFA evaluation card schauen, können Sie sehen, dass es verschiedene Kästchen zum Ankreuzen gibt - eines davon ist "physical restraint only" was soviel wie "keine Narkose, sondern lediglich festgehalten" bedeutet. Üblicherweise dauert die Röntgenaufnahme keine zwei Minuten und ist in keiner Weise schmerzhaft für die Katze. Wenn Sie einen erfahrenen Tierarzt haben ist die Sache meist bereits vorbei bevor das Tier bemerkt hat, was mit ihm geschieht. Ebenso wie die Röntgenaufnahme ist auch das Ultraschall völlig harmlos für die Katze, manche Tiere schlafen dabei sogar ein, weil sie ganz entspannt liegen. Auch hier ist keine Narkose nötig.

Einige Leute haben auf meine Frage, wieso sie nicht testen, erwidert, dass diese Tests einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand darstellen und somit für sie nicht finanzierbar wären.
Nun, vielleicht muss man ja nicht alle Tiere auf einmal testen - es könnte zum Beispiel sinnvoll sein, dass man ein Tier welches verstärkt zur Zucht eingesetzt wird (wie z.B. ein Deckkater) als erstes untersuchen lässt.
Manchmal ist es einfach auch nur eine Frage der Prioritäten, einmal vielleicht die eine oder andere Show auszulassen und stattdessen einmal auf die Uniklinik zu fahren mag eine gute Idee sein und ein gutes, also negatives, Testergebnis zu bekommen ist mindestens so aufregenden und toll wie der Gewinn einer Best in Show !

Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht uns zu kontaktieren - wir sind keine Ärzte, aber wir konnten doch in den letzten Jahren, in denen wir uns mit diesem Thema beschäftigen Erfahrungen sammeln welche wir gerne bereit sind mit interessierten Leuten zu teilen - sollten wir keinen Rat wissen, sind wir jederzeit gerne bereit mit anderen Tierärzten oder Züchtern in Kontakt zu treten um eine Lösung oder Antwort zu finden.

Sollten Sie Applicationformulare für die OFA brauchen, können Sie diese jederzeit bei der OFA unter folgender Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellen und falls Sie welche dringend benötigen senden wir Ihnen gerne welche zu.
Sollten Sie Hilfe brauchen um einen qualifizierten Tierarzt in ihrer Nähe zu finden, der diese Untersuchungen durchführt, lassen Sie es uns wissen - wir werden gerne einen Tierarzt ausfindig machen, der in Ihrer Nähe und zur Durchführung dieser Tests befähigt ist.

Wir hoffen, dass unsere Offenheit und unsere Bereitschaft unser Wissen und unsere Erfahrungen , positive wie negative, zu teilen allen Züchtern und deren Katzen zu gute kommt - wir hoffen, dass Züchter nunmehr ihre Einstellung den Tests gegenüber nochmals überdenken und beginnen ihre Zuchttiere untersuchen zu lassen.
Wir hoffen, dass die Züchter langsam verstehen werden, dass diese Krankheiten jederzeit bei jeder Katze und bei jedem Züchter auftreten können - sie sind NICHT auf einzelne Katzen aus einzelne Linien beschränkt.

Ebenso wichtig ist es zu verstehen, dass Tiere, die an solchen Krankheiten erkrankt sind, kein Schild um den Hals tragen, wo geschrieben steht:
"Ich bin krank". Wenn Sie das doch hätten, wäre alles einfach viel leichter - aber unglücklicherweise sind Katzen wahre Meister wenn es um Kompensation geht und vielen Tieren ist ihr schlechtes Befinden erst in einem Endstadium anzumerken. Wenn es dem Besitzer dann auffällt, ist es oftmals zu spät.

Zuletzt hoffen wir auch, dass die Leute langsam toleranter werden und solche Personen, ganz gleich ob Züchter oder Liebhaber, deren Tier an einer dieser Krankheiten erkrankt ist, mit mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen begegnen werden - wir sollten nie vergessen, dass es ebenso einmal eines unsrer Tiere treffen könnte.

Wir wissen, dass es nicht leicht ist über solche Themen zu sprechen, weil gerade in einem Hobby, das oftmals vom Wettbewerb beeinflusst wird, häufig über Probleme nicht offen gesprochen wird und viele Dinge totgeschwiegen werden. Dabei sind jedoch gerade Offenheit und Ehrlichkeit von allergrößter Wichtigkeit, weil wir alle soviel wie möglich über diese Probleme wissen sollten und auch alle noch immer diesbezüglich dazulernen müssen.
Die Schuld gegebenenfalls auf andere zu schieben oder sich selbst in Sicherheit zu wiegen indem man sagt "Meine Katzen sind sowieso gesund" hilft der Rasse nicht und wird uns auch nicht helfen unser Ziel zu erreichen - ein Ziel, dass es sein sollte, diese Krankheiten auf lange Sicht hin weitgehenst zu eliminieren.

Dieses Ziel kann jedoch nicht von einer Handvoll von Züchtern erreicht werden - wir müssen gemeinsam dahinter stehen und mit vereinten Kräften gegen dieses Problem ankämpfen und ich weiß, dass es sich lohnt - weil die Maine Coon soll die gesunde und ganz besondere Katze bleiben als die sie bekannt und geliebt ist.

© Francesca Gagern "Tuscaloosa"